Der Märchendoktor

Joachim Huber
Since 12/2024 92 Episoden
Wieso macht ein Notarzt nun einen Podcast mit Märchen?

Ganz einfach: schon unsere Kinder waren begeisterte Zuhörer und die oft auch selbst erfundenen Märchen waren so beliebt, dass ich jeden Abend an ihren Bettchen saß und erzählte.

Die Kunst des Geschichtenerzählens habe ich auch auf meinen Reisen in afrikanischen, arabischen und asiatischen Ländern genutzt, um Freunde zu gewinnen, Menschen zu trösten und zu erfreuen. 

Märchen als Therapie machen Alt und Jung mutig und gesund!

Durch Märchen werden bei den Zuhörern individuelle Fähigkeiten gestärkt: Zuhören, Empathie und emotionales Erleben, psychische Widerstandskraft, Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauer und Teamgeist, Entdeckerfreude und Fantasie verbessert.

Mir geht es auch darum, bei meinen Zuhörern mit Hilfe von Märchen die eigenen bewussten oder unbewussten inneren Stärken und Schwächen zu erkennen und die „Schwächen“ gezielt zu behandeln.

Märchen sind (das wusste schon Siegmund Freud) ein Spiegelbild unserer Seele - ähnlich wie Träume - Tore zum Unbewussten. Sie erlauben uns auf der symbolischen Ebene innere Wahrheiten zu erkennen und zu erleben.

Märchen, die wir lieben, sagen etwas über unsere Sehnsüchte, Wünsche und Bedürfnisse aus; sie offenbaren uns, mit welchen menschlichen Haltungen wir uns identifizieren, sie weisen uns aber auch darauf hin, welche Probleme wir noch angehen und welche Haltungen wir noch entwickeln müssen.

Ich wünsche meinen Zuhörerinnen und Zuhörern, dass sie staunen, sich ein bisserl gruseln aber, ganz wichtig, Mut bekommen und nicht aufgeben, auch wenn es im echten Leben manchmal sehr schwierig wird.
Als Vorarlberger erzähle ich Euch heute „a kleale  eppas„- etwas über unsere Dialekte. Sie gehören zum alemannischen Sprachraum (ähnlich wie Schweizerdeutsch oder Schwäbisch) und sie unterscheidet sich stark von den bairischen Dialekten im restlichen Österreich.

Die Ursprünge unserer Sprache gehen auf die germanische Besiedlung im frühen Mittelalter zurück.
Statt des im Hochdeutschen üblichen Wortes „war“ sagt man meist „bin gsi“ (gewesen). Das brachte den Vorarlbergern den scherzhaften Spitznamen Gsi-Berger ein.Fehlende Doppellaute: Aus „Haus“ wird Hus, aus „Kreuz“ wird Krüz und aus „sein“ wird si. Es gibt auch keinen Genetiv, auch das Wort „gi“ findet im Hochdeutschen kein Pendant: „Er goht gi schaffa“ – also „Er geht arbeiten“.

Klassische Volksmärchen werden in Vorarlberg meist in regionaler Mundart (z.B. Bregenzerwälderisch oder Montafonerisch) erzählt, wobei jedes Tal eigene Laute hat.

Bregenzer Dialekt: alemannischer Ursprung, keine bairische, sondern westlich geprägt mit Wurzeln im Frühmittelalter. Klangfarbe: weiche Vokale und markante Laute, die sich oft von Dorf zu Dorf hörbar unterscheiden.

Bregenzerwald ("Wälderisch"): sehr markant, starkes Hochalemannisch, extrem eigenständig; unterscheidet sich stark von Ort zu Ort (z. B. das Wort für Stein wandelt sich von „Schtui“ im vorderen zu „Schtua“ im hinteren Wald).
Lechtal / Tannberg (Warth-Schröcken): altwalserische Mundarten.

Lustenau: extrem eigenständiger Ortsdialek, sehr markanter, in der Aussprache stark ausgeprägter niederrheinisch/alemannischer Ortsdialekt.

Montafon: Eigene Kosenamen und Ausdrücke wie Ahna (Großmutter), gehört zum Höchstalemannischen; enthält durch die historische Besiedlung rund 200 rätoromanische Reliktwörter und spezielle Bergnamen.

Rheintal (Bregenz, Dornbirn, Feldkirch): Bodenseealemannisch bzw. osthochalemannisch geprägte Stadt- und Flachlandmundarten.

Walsertal: in den ehemaligen Walser Siedlungen (wie im Großes Walsertal, Kleinwalsertal oder Brandnertal) klingen die Mundarten teils deutlich hoch- bis höchstalemannisch.

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