Wieso macht ein Notarzt nun einen Podcast mit Märchen?
Ganz einfach: schon unsere Kinder waren begeisterte Zuhörer und die oft auch selbst erfundenen Märchen waren so beliebt, dass ich jeden Abend an ihren Bettchen saß und erzählte.
Die Kunst des Geschichtenerzählens habe ich auch auf meinen Reisen in afrikanischen, arabischen und asiatischen Ländern genutzt, um Freunde zu gewinnen, Menschen zu trösten und zu erfreuen.
Märchen als Therapie machen Alt und Jung mutig und gesund!
Durch Märchen werden bei den Zuhörern individuelle Fähigkeiten gestärkt: Zuhören, Empathie und emotionales Erleben, psychische Widerstandskraft, Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauer und Teamgeist, Entdeckerfreude und Fantasie verbessert.
Mir geht es auch darum, bei meinen Zuhörern mit Hilfe von Märchen die eigenen bewussten oder unbewussten inneren Stärken und Schwächen zu erkennen und die „Schwächen“ gezielt zu behandeln.
Märchen sind (das wusste schon Siegmund Freud) ein Spiegelbild unserer Seele - ähnlich wie Träume - Tore zum Unbewussten. Sie erlauben uns auf der symbolischen Ebene innere Wahrheiten zu erkennen und zu erleben.
Märchen, die wir lieben, sagen etwas über unsere Sehnsüchte, Wünsche und Bedürfnisse aus; sie offenbaren uns, mit welchen menschlichen Haltungen wir uns identifizieren, sie weisen uns aber auch darauf hin, welche Probleme wir noch angehen und welche Haltungen wir noch entwickeln müssen.
Ich wünsche meinen Zuhörerinnen und Zuhörern, dass sie staunen, sich ein bisserl gruseln aber, ganz wichtig, Mut bekommen und nicht aufgeben, auch wenn es im echten Leben manchmal sehr schwierig wird.
Der Schmied und der Teufel
28.06.2026 13 min
As Märchen stand in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm nur in der 1. Auflage von 1812 an Stelle 81. Varianten der Geschichte finden sich auch in anderen Sprachen, sodass einige Forscher sie auf die Proto-Indoeuropäer zurück führen.
Als ein lebhafter und streitbarer Schmied pleite ist und sich im Wald aufhängen will, bietet ihm der Teufel endlosen Reichtum an. Dafür soll der Schmied nach zehn Jahren ihm gehören. Der Schmied nimmt an und erhält vom Teufel zusätzlich einen Sack, aus dem niemand entkommt.
Als der Teufel den Schmied nach zehn Jahren abholen will, verlangt dieser, dass sich der Teufel – als Identitätsbeweis wie beim ersten Treffen – zunächst in eine Tanne und dann in eine Maus verwandle. Der Schmied steckt die Maus in den Sack und prügelt solange auf den verwandelten Teufel ein, bis er der Aufhebung des geschlossenen Paktes zustimmt.
Nunmehr lebt der Schmied unbehelligt, und als er eines natürlichen Todes stirbt, lässt er sich einen Hammer und zwei Nägel mit in den Sarg legen. Als ihm weder in den Himmel noch in die Hölle Einlass gewährt wird, lärmt er, bis zwei Teufelchen aus der Hölle herausschauen. Diese nagelt er mit den Nägeln am Tor fest. Daraufhin bewirkt der Teufel, dass der Schmied in den Himmel eingelassen wird.
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