Der Märchendoktor

Joachim Huber
Since 12/2024 82 Episoden
Wieso macht ein Notarzt nun einen Podcast mit Märchen?

Ganz einfach: schon unsere Kinder waren begeisterte Zuhörer und die oft auch selbst erfundenen Märchen waren so beliebt, dass ich jeden Abend an ihren Bettchen saß und erzählte.

Die Kunst des Geschichtenerzählens habe ich auch auf meinen Reisen in afrikanischen, arabischen und asiatischen Ländern genutzt, um Freunde zu gewinnen, Menschen zu trösten und zu erfreuen. 

Märchen als Therapie machen Alt und Jung mutig und gesund!

Durch Märchen werden bei den Zuhörern individuelle Fähigkeiten gestärkt: Zuhören, Empathie und emotionales Erleben, psychische Widerstandskraft, Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauer und Teamgeist, Entdeckerfreude und Fantasie verbessert.

Mir geht es auch darum, bei meinen Zuhörern mit Hilfe von Märchen die eigenen bewussten oder unbewussten inneren Stärken und Schwächen zu erkennen und die „Schwächen“ gezielt zu behandeln.

Märchen sind (das wusste schon Siegmund Freud) ein Spiegelbild unserer Seele - ähnlich wie Träume - Tore zum Unbewussten. Sie erlauben uns auf der symbolischen Ebene innere Wahrheiten zu erkennen und zu erleben.

Märchen, die wir lieben, sagen etwas über unsere Sehnsüchte, Wünsche und Bedürfnisse aus; sie offenbaren uns, mit welchen menschlichen Haltungen wir uns identifizieren, sie weisen uns aber auch darauf hin, welche Probleme wir noch angehen und welche Haltungen wir noch entwickeln müssen.

Ich wünsche meinen Zuhörerinnen und Zuhörern, dass sie staunen, sich ein bisserl gruseln aber, ganz wichtig, Mut bekommen und nicht aufgeben, auch wenn es im echten Leben manchmal sehr schwierig wird.
König Laurin ist eine der bekanntesten Sagenfiguren aus dem Alpenraum, 
er war der mächtige König eines Zwergenvolkes, das im Inneren der Dolomiten (speziell im Gebiet des heutigen Rosengartens in Südtirol) über unterirdische Kristallpaläste herrschte.
Laurin besaß zwei mächtige Zaubergegenstände: einen Gürtel, der ihm die Kraft von zwölf Männern verlieh, und eine Tarnkappe, die ihn unsichtbar machte. Sein ganzer Stolz war ein prächtiger Garten vor seinem unterirdischen Palast, der von einem dünnen, goldenen Seidenfaden geschützt wurde. 
Das Betreten und Pflücken der Rosen war strengstens verboten.
Laurin entführte die Königstochter Similde in seinen Rosengarten. Daraufhin zogen die Recken um den berühmten Helden Dietrich von Bern in die Berge, um die Prinzessin zu befreien. Sie zerrissen den seidenen Faden und zerstörten den Rosengarten.
Dietrich von Bern, die berühmteste Sagengestalt der deutschen Heldendichtung, entspricht historisch dem Ostgotenkönig Theoderich dem Großen (ca. 455–526 n. Chr.). Der Beiname „von Bern“ leitet sich vom mittelhochdeutschen Namen für Verona ab. Im Nibelungenlied ist Dietrich ein edler, aber oft tragischer Recke und Diplomat. Begleitet wird er von seinem treuen Waffenmeister Hildebrand. Ihm werden fantastische Fähigkeiten zugeschrieben: er soll Drachen und Zwerge bekämpft haben und in der Lage gewesen sein, bei Wut Feuer aus dem Mund zu speien.
Trotz seiner magischen Hilfsmittel wurde König Laurin von Dietrich von Bern im Zweikampf besiegt, gefangen genommen und sein Zwergenreich fiel.
Laurin belegte den verlorenen Garten mit einem Fluch. Er verzauberte ihn so, dass er weder bei Tag noch bei Nacht von Menschen gesehen werden kann. 
Da er aber den Sonnenuntergang vergaß, erstrahlen die Felsen der Dolomiten heute noch an klaren Abenden in einem atemberaubenden Rot – die sogenannte Enrosadira (das Alpenglühen). Das Wort stammt vom Ladinischen "rosadüra"  ab und bedeutet "sich rosa verfärben".

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