Rodafnou oder die Geschichte von Arodafnoussa
11.10.2026 11 min
Zusammenfassung & Show Notes
„Arodafnousa“ (oder auch Rodafnou) ist eine der berühmtesten und am tiefsten verwurzelten traditionellen Volksballaden aus Zypern.
Sie stammt aus der Epoche der Frankenherrschaft im mittelalterlichen Zypern (Königreich Zypern, ca. 1192–1489).
Der Name leitet sich vermutlich von Rododafni (griechisch für Oleander) ab, was symbolisch für die bittersüße, giftige Schönheit der Liebe steht.
Die tragische Geschichte verbindet historische Realität mit romantischer Legende und handelt von Eifersucht, Liebe und Tod.
Die Ballade basiert im Kern auf realen Figuren des 14. Jahrhunderts:
König Peter I. von Zypern (Lusinjan-Dynastie, regierte 1359–1369).
Joanna l'Aleman (im zyprischen Dialekt zu Arodafnousa oder Rodafnou romantisiert), eine Edelfrau, die die Mätresse des Königs war.
Königin Eleonore von Aragon, die eifersüchtige Ehefrau des Königs.
Die Handlung der Ballade:
während König Peter I. im Ausland Krieg führt, nutzt die Königin Eleonore seine Abwesenheit, um sich an seiner Geliebten zu rächen.
Die Königin schickt eine List oder lädt Arodafnousa in ihren Palast ein.
In blinder Eifersucht sperrt die Königin sie ein und quält sie grausam.
In einigen Textversionen wird Arodafnousa in einen kochenden Kessel geworfen.
Der König erfährt durch eine Vorahnung oder einen Boten von der Gefahr und reitet so schnell er kann nach Nikosia zurück.
Als er ankommt, ist es zu spät: er findet Arodafnousa nur noch tot.
Zu Ehren dieser Symbolfigur ist heute das bekannteste Palliativzentrum für Krebspatienten in Nikosia, das „Arodaphnousa“ Palliative Care Centre, benannt.